Mit Autovermietung Geld zu verdienen ist schwer. Die Versicherungsprämien steigen, die Margen sind dünn. Die meisten Kunden mieten einmal und kommen nie wieder. Dazu kommen Schäden, Betrug, hin und wieder ein gestohlenes Auto, Fahrzeuge, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort stehen müssen, und ein Schalter, an dem jeden Freitagnachmittag Chaos herrscht.
Als Softwareanbieter arbeiten wir mit Vermietbetrieben in ganz Europa. Fast überall sehen wir dasselbe Muster. Die Inhaber sind mit dem Löschen von Bränden beschäftigt, und kleine, wiederkehrende Einnahmequellen bleiben liegen. Keine davon ist für sich genommen spektakulär. Über ein Jahr und einen ganzen Fuhrpark gerechnet entscheiden sie aber darüber, ob Sie Spielraum für Wachstum haben.
Hier sind sechs Tipps, mit denen Sie mehr Geld verdienen. Zu jedem Tipp steht, was er Ihnen bringt: mehr Umsatz, niedrigere Kosten, zufriedenere Kunden oder eine Kombination davon.
Tipp 1: Berechnen Sie eine Servicegebühr
Was es bringt: mehr Umsatz.
Kunden sind an eine kleine, einmalige Servicegebühr gewöhnt. Fluggesellschaften, Ticketanbieter und Liefer-Apps verlangen eine, und kaum jemand storniert deshalb eine Buchung.
Rechnen Sie es für Ihren eigenen Betrieb durch. Ein durchschnittlicher lokaler Vermieter schließt pro Standort zwischen 5.000 und 15.000 Mietverträge im Jahr ab. Eine Gebühr von 2 € pro Übergabe bringt:
- 5.000 Mietverträge × 2 € = 10.000 € pro Jahr
- 15.000 Mietverträge × 2 € = 30.000 € pro Jahr
Das gilt pro Standort, und es kostet Sie nichts zusätzlich.
Zwei Regeln sorgen dafür, dass es funktioniert. Erstens: Gehen Sie offen damit um. Nennen Sie die Gebühr vorab auf Ihrer Website, im Buchungsprozess und in der Bestätigung, und nehmen Sie sie in den Gesamtpreis auf, den der Kunde sieht. Eine Gebühr, die Kunden erst am Schalter entdecken, kostet Sie mehr Vertrauen, als sie einbringt. Zweitens: Automatisieren Sie sie. Wenn ein Mitarbeiter daran denken muss, die Gebühr hinzuzufügen, wird sie an vollen Tagen vergessen. Richten Sie sie in Ihrer Vermietsoftware als feste Position auf jedem Mietvertrag ein. Dann erscheint sie auf der Buchung, dem Vertrag und der Rechnung, ohne dass jemand daran denken muss.
Tipp 2: Verbinden Sie Ihre Website mit Ihrer Vermietsoftware
Was es bringt: mehr Umsatz, niedrigere Kosten, zufriedenere Kunden.
Nicht jeder Vermieter mag diese Idee. Der übliche Einwand ist Kontrolle: „Ich will selbst entscheiden, wer meine Autos mietet, bevor ich etwas bestätige.“ Das ist ein berechtigtes Anliegen, und es gibt Wege, damit umzugehen. Diese beschreiben wir in unserem Artikel über Real-Time-Vermietung: Vor- und Nachteile. Wie Sie es auch lösen: Eine Website, die mit Ihrer Vermietsoftware verbunden ist, bringt Geld.
Sie spart Zeit
Jede Buchung, die als E-Mail oder Formular eintrifft, muss gelesen, mit der Planung abgeglichen und ins System abgetippt werden. Ein Buchungsmodul, das mit Ihrer Vermietsoftware verbunden ist, legt die Buchung direkt in Ihre Planung. Kein Abtippen, keine Tippfehler bei Kennzeichen oder Daten, keine Doppelbuchungen.
Sie erschließt Umsatz
Eine feste Preisliste auf der Website kann nicht auf die Nachfrage reagieren. Sobald Ihre Website Preise und Verfügbarkeit aus Ihrer Vermietsoftware bezieht, können Sie Saisonpreise und dynamische Preisgestaltung nutzen: höhere Tarife bei hoher Auslastung, günstigere Tarife in ruhigen Wochen. Außerdem können Sie Extras wie Mehrkilometer, einen Kindersitz oder eine niedrigere Selbstbeteiligung direkt bei der Buchung anbieten. In diesem Moment sagt der Kunde am ehesten Ja.
Sie macht Kunden zufriedener
Kunden möchten ein Auto so buchen wie ein Hotelzimmer: Daten wählen, Preis sehen, bestätigen. Ein Kontaktformular mit einer Antwortzeit von einer Stunde oder einem Tag erfüllt diese Erwartung nicht. Viele Kunden schicken dieselbe Anfrage an drei Vermieter und buchen bei dem, der zuerst antwortet. Mit einer sofortigen Bestätigung bleibt dieser Kunde bei Ihnen.
Tipp 3: Nehmen Sie Zahlungen online an
Was es bringt: mehr Umsatz, weniger No-Shows.
Die meisten lokalen Vermieter verlangen bei der Buchung keine Zahlung. Das ist nachvollziehbar, denn ein Zahlungsschritt senkt die Konversion auf Ihrer Website.
Trotzdem sollte eine möglichst frühe Zahlung Teil Ihrer Strategie sein. Ein Kunde, der bezahlt hat, fühlt sich an die Miete gebunden. Die Wahrscheinlichkeit eines No-Shows sinkt deutlich. Erscheint der Kunde trotzdem nicht, haben Sie das Geld. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel über das Vermeiden von No-Shows.
Sie müssen die Zahlung nicht im Buchungsprozess erzwingen. Sie können sie auch in Ihren Bestätigungsablauf einbauen:
- Der Kunde bucht und erhält eine Bestätigung mit einem Zahlungslink.
- Zahlt der Kunde, ist die Buchung verbindlich.
- Hat der Kunde nicht innerhalb einer festen Frist bezahlt, zum Beispiel 24 Stunden, wird die Buchung automatisch storniert und das Auto ist wieder verfügbar.
So bleibt der Buchungsschritt einfach, und Ihre Planung ist trotzdem geschützt. Wenn Ihnen eine vollständige Zahlung für Ihre Kunden zu viel erscheint, beginnen Sie mit einer Anzahlung. Unter Zahlungsoptionen in RentVisie lesen Sie, wie Online-Zahlungen, Kartenterminals und Lastschriften zusammenspielen.
Tipp 4: Bearbeiten Sie Bußgelder automatisch
Was es bringt: niedrigere Kosten, weniger Geldverlust.
Jeder Vermieter erhält Bußgeldbescheide, Strafzettel und Mautrechnungen für Autos, die mit einem Kunden unterwegs waren. Jeder davon ist eine kleine Verwaltungsaufgabe:
- den Mietvertrag finden, der zum Kennzeichen und zu Datum und Uhrzeit des Verstoßes passt
- Kunden und Fahrer ermitteln
- das Bußgeld an den Fahrer weiterleiten oder bezahlen und dem Kunden in Rechnung stellen
- eine Bearbeitungsgebühr für den Aufwand berechnen
Von Hand dauert das ein paar Minuten pro Bußgeld, wenn alles glatt läuft. In einer vollen Woche stapeln sich die Briefe, und die Frist für die Weiterleitung verstreicht. Dann zahlen Sie Bußgelder, die Ihre Kunden verursacht haben. Sie verlieren doppelt Geld: das Bußgeld selbst und die Stunden, die Sie damit verbringen.
Mit Bußgeldverwaltung in Ihrer Vermietsoftware erfassen Sie das Bußgeld, und die Software findet den passenden Mietvertrag. Das Bußgeld wird automatisch dem richtigen Kunden belastet, einschließlich Ihrer Bearbeitungsgebühr. Derselbe Ablauf funktioniert für Bußgelder, Strafzettel und Maut.
Nennen Sie die Bearbeitungsgebühr in Ihren Geschäftsbedingungen und erwähnen Sie sie bei der Übergabe. Kunden akzeptieren eine Gebühr, über die sie vorab informiert wurden.
Tipp 5: Bieten Sie Self-Service an
Was es bringt: mehr Umsatz, niedrigere Kosten, zufriedenere Kunden.
Ihr Schalter hat Öffnungszeiten. Ihre Kunden nicht. Sie möchten um sieben Uhr morgens einen Transporter abholen, am Sonntagabend ein Auto zurückgeben oder ein Fahrzeug mitnehmen, wenn ihr Zug um elf Uhr abends ankommt. Jede Anfrage, die Sie ablehnen, weil der Schalter geschlossen ist, bringt einem anderen Umsatz.
Self-Service löst das ohne zusätzliche Schichten. Der Kunde bucht online, unterschreibt den Mietvertrag digital und holt das Auto rund um die Uhr mit einer Self-Service-App ab. Mit Track & Trace werden Kilometerstand und Tankfüllung bei Übergabe und Rücknahme automatisch ausgelesen. Es muss also kein Mitarbeiter mit Klemmbrett um das Auto laufen.
Self-Service verändert auch, was ein neuer Standort kostet. Sie können eine Abholstation an einem Bahnhof oder in einem Gewerbegebiet eröffnen, ohne dort einen Schalter zu besetzen. Der Geschäftskundenvermieter Cofleet 24/7 arbeitet nach diesem Modell: Kunden sehen verfügbare Fahrzeuge direkt in der App, und Rechnungen und Kundeninformationen werden automatisch verschickt.
Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Viele Vermieter beginnen nur mit Rückgaben außerhalb der Öffnungszeiten oder mit einem Standort. Sie erweitern, sobald sie dem Ablauf vertrauen.
Tipp 6: Füllen Sie stehende Autos über Broker
Was es bringt: mehr Umsatz.
Viele lokale Vermieter meiden Broker wegen der Provision. In der Hochsaison ist das eine vernünftige Haltung, denn dann füllen Ihre eigene Website und Ihr Telefon den Fuhrpark. Außerhalb der Hochsaison sieht die Rechnung anders aus. Ein Auto auf Ihrem Hof verdient nichts und kostet trotzdem Versicherung, Wertverlust und Stellplatz. Eine Broker-Buchung mit Provision bringt mehr als ein Auto, das steht.
Setzen Sie Broker gezielt ein:
- Wählen Sie aus, was Sie anbieten. Geben Sie nur Fahrzeugkategorien und Zeiträume frei, in denen Sie freie Kapazität erwarten, etwa unter der Woche oder in der Nebensaison.
- Kalkulieren Sie den Kanal separat. Legen Sie einen Broker-Tarif fest, der die Provision abdeckt, damit jede Broker-Buchung noch Marge hat.
- Stoppen Sie den Verkauf, wenn die direkte Nachfrage anzieht. Wenn Ihre eigenen Kanäle den Fuhrpark füllen, schließen Sie die Verfügbarkeit für Broker.
- Holen Sie sich die nächste Buchung direkt. Ein Broker-Kunde, der bei Ihnen eine gute Erfahrung macht, kann beim nächsten Mal direkt buchen.
Das größte operative Risiko sind Doppelbuchungen. Wenn Sie Broker-Extranets von Hand neben Ihrer eigenen Planung pflegen, wird früher oder später dasselbe Auto zweimal verkauft. Verbinden Sie Broker mit Ihrer Vermietsoftware, damit Broker-Buchungen automatisch in Ihrer Planung landen und Ihre Verfügbarkeit in jedem Kanal stimmt. RentVisie ist jetzt mit den Brokern Check24 und AurumCars integriert. In unserer Übersicht der Integrationen finden Sie alle verfügbaren Anbindungen.
Mehr aus Ihrem Fuhrpark
Keiner dieser Tipps erfordert ein neues Geschäftsmodell. Sie schließen Lücken, die es in den meisten Vermietbetrieben schon gibt: Gebühren, die nie berechnet werden, Buchungen, die durch langsame Antworten verloren gehen, No-Shows, Bußgelder, die Sie selbst zahlen und nie weiterberechnen, Kunden, die nach Ladenschluss abgewiesen werden, und Autos, die stillstehen.
Gemeinsam ist ihnen die Automatisierung. Eine Servicegebühr, eine Zahlungsfrist oder ein weiterberechnetes Bußgeld ist nur etwas wert, wenn es jedes Mal passiert, auch an Ihrem vollsten Tag. Wenn Ihre Vermietsoftware diese Schritte übernimmt, holen Sie mehr aus Ihrem Fuhrpark, ohne mehr operative Komplexität.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel bringt eine Servicegebühr einem Autovermieter?
Das hängt von Ihrem Volumen ab. Ein Standort mit 5.000 Mietverträgen pro Jahr verdient mit 2 € pro Übergabe 10.000 € zusätzlich. Bei 15.000 Mietverträgen sind es 30.000 €. Nennen Sie die Gebühr vorab, nehmen Sie sie in den Gesamtpreis auf und fügen Sie sie automatisch jedem Mietvertrag hinzu.
Senkt eine Online-Zahlung nicht meine Konversion?
Eine Pflichtzahlung im Buchungsprozess kann die Konversion senken. Das vermeiden Sie, indem Sie mit der Bestätigung einen Zahlungslink senden und die Buchung automatisch stornieren, wenn der Kunde nicht innerhalb einer festen Frist bezahlt hat. Der Buchungsschritt bleibt einfach, und die No-Shows gehen zurück.
Wie vermeide ich, Bußgelder zu zahlen, die meine Kunden verursacht haben?
Ordnen Sie jedes Bußgeld über Kennzeichen und Datum dem Mietvertrag zu. Leiten Sie es dann an den Fahrer weiter oder stellen Sie es dem Kunden in Rechnung, bevor die Frist abläuft. Vermietsoftware mit Bußgeldverwaltung übernimmt die Zuordnung und Weiterberechnung automatisch, einschließlich einer Bearbeitungsgebühr.
Eignet sich Self-Service für einen kleinen Vermieter?
Ja, und Sie können klein anfangen. Viele Vermieter beginnen mit Rückgaben außerhalb der Öffnungszeiten oder mit einem Standort. Sie brauchen Online-Buchung, digitale Unterschrift und eine Möglichkeit, das Auto ohne Personal zu übergeben, zum Beispiel eine Self-Service-App in Kombination mit Track & Trace.
Sind Broker die Provision wert?
In der Hochsaison oft nicht, weil Ihre eigenen Kanäle den Fuhrpark füllen. In der Nebensaison oder unter der Woche bringt eine Broker-Buchung mit Provision mehr als ein stehendes Auto. Legen Sie einen eigenen Broker-Tarif fest, begrenzen Sie die angebotenen Kategorien und verbinden Sie Broker mit Ihrer Vermietsoftware, um Doppelbuchungen zu vermeiden. RentVisie ist mit Check24 und AurumCars integriert.
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