Wer seinen Vermietbetrieb wachsen lassen will, denkt meist zuerst an mehr Autos. Eine weitere Reihe Transporter, ein zweiter Standort, eine größere Flotte für die nächste Saison. Das ist naheliegend. Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Vermietungen, und mehr Vermietungen bedeuten mehr Umsatz.
Doch eine Frage wird selten gestellt: Verdient der Fuhrpark, der heute schon auf dem Hof steht, eigentlich, was er verdienen könnte? Jedes zusätzliche Fahrzeug bringt auch mehr Planung, mehr Übergaben, mehr Rechnungen und mehr Personal mit sich. Wenn die heutige Flotte Geld liegen lässt, lässt eine größere Flotte noch mehr liegen.
Dies ist der erste Teil der Reihe Mehr Umsatz aus derselben Flotte. Hier zeichnen wir die Landkarte. Jeder folgende Teil geht einem Punkt auf dieser Karte nach.
Wachstum beginnt nicht mit mehr Autos
Die meisten Vermietbetriebe sind auf ihre heutige Größe ausgerichtet. Das funktioniert, solange das Volumen gleich bleibt. Wer wachsen will, merkt, dass jede zusätzliche Buchung zusätzliche Handarbeit bedeutet: ein Angebot, ein Vertrag, eine Übergabe, eine Rücknahme, eine Rechnung, eine Mahnung.
Dann passiert etwas, das Sie in keiner Bilanz sehen. Weil das Team ausgelastet ist, wird der Preis nicht angepasst, wenn die Nachfrage steigt. Steht ein Auto ein paar Tage still, fällt das niemandem auf. Ein Zusatzfahrer wird am Schalter nicht angeboten, weil schon drei Kunden warten. Und der halb leere Tank wird nicht berechnet, weil der Zettel verloren ging.
Keiner dieser Momente fühlt sich wie ein großer Verlust an. Zusammengenommen bestimmen sie Ihre Marge.
Die fünf Hebel Ihres Umsatzes
Der Umsatz eines Vermietbetriebs lässt sich in einer Zeile zusammenfassen:
- Preis pro Tag – was ein Miettag im Durchschnitt einbringt.
- Miettage – an wie vielen Tagen im Jahr Ihre Fahrzeuge tatsächlich vermietet sind.
- Kanäle – woher diese Buchungen kommen und was jeder Kanal Sie kostet.
- Extras – was Sie zu einer Vermietung zusätzlich verkaufen.
- Versickerung – was Sie verdient, aber nie berechnet oder kassiert haben.
Preis mal Miettage, abzüglich der Kosten Ihrer Kanäle, plus Extras, minus Versickerung. Das ist Ihr Umsatz. Jeden Hebel können Sie einzeln steuern, und jeden Hebel können Sie einzeln messen.
Die fünf Hebel, durchgerechnet
Um es greifbar zu machen, rechnen wir mit einem Vermietbetrieb. Dies ist ein Rechenbeispiel, ausgehend von einem Fuhrpark mit 50 Fahrzeugen, durchschnittlich 100 € Umsatz pro Miettag und 12.000 Miettagen im Jahr. Das sind Annahmen, keine Marktzahlen. Setzen Sie anschließend Ihre eigenen Werte ein.
Preis pro Tag
Angenommen, der durchschnittliche Umsatz pro Miettag liegt 3 € höher, weil Sie in starken Wochen und bei gefragten Fahrzeugen etwas mehr verlangen. Bei 12.000 Miettagen sind das 36.000 € im Jahr, ohne ein einziges zusätzliches Fahrzeug oder einen zusätzlichen Mitarbeiter.
Dafür braucht es keinen komplizierten Algorithmus. Es braucht das Wissen, wann die Nachfrage hoch ist, und einen Preis, der sich dann mitbewegt.
Miettage
Ein Fuhrpark mit 50 Fahrzeugen hat 18.250 verfügbare Tage im Jahr. In unserem Beispiel sind davon 12.000 vermietet: eine Auslastung von rund 66 Prozent. Fünf Prozentpunkte mehr Auslastung sind gut 900 zusätzliche Miettage. Bei 100 € pro Tag sind das über 90.000 € im Jahr.
In den meisten Betrieben ist das der größte Hebel. Ein Auto, das steht, kostet Abschreibung, Versicherung und Stellfläche und bringt nichts ein. Warum das so oft unbemerkt bleibt, lesen Sie in was ein stillstehender Fuhrpark wirklich kostet.
Kanäle
Buchungen kommen über Ihre eigene Website, per Telefon, von Firmenkunden und über Plattformen, die Provision verlangen. Eine Plattform bringt Kunden, die Sie selbst nie erreicht hätten. Doch jede Buchung, die so hereinkommt, kostet Sie einen Teil des Umsatzes.
Angenommen, ein Viertel Ihrer Miettage kommt über eine Plattform mit 15 Prozent Provision (eine Annahme für dieses Beispiel). Dann zahlen Sie auf 3.000 Tage je 15 €: 45.000 € im Jahr. Holen Sie 500 dieser Tage auf Ihre eigene Website, bleiben Ihnen 7.500 € mehr. Umgekehrt kann es genauso stimmen: Eine Plattform, die ruhige Wochen füllt, verdient ihre Provision um ein Vielfaches zurück. Entscheidend ist, dass Sie wissen, welcher Kanal sich wann lohnt. Wie eigene Website und Plattformen nebeneinander funktionieren, lesen Sie in sechs Tipps, mit denen Autovermieter mehr verdienen.
Extras
Ein Zusatzfahrer, ein Kindersitz, ein Kilometerpaket, eine niedrigere Selbstbeteiligung. Extras haben oft die höchste Marge von allem, was Sie verkaufen. Trotzdem hängt es in vielen Betrieben davon ab, wer gerade am Schalter steht, ob sie angeboten werden.
Angenommen, eine Vermietung dauert im Schnitt vier Tage. Dann sind 12.000 Miettage rund 3.000 Vermietungen. Verkaufen Sie bei 30 Prozent davon ein Extra für 10 €, sind das 9.000 € im Jahr. Pro Vermietung oft ein kleiner Hebel, aber einer, den Sie bei jeder Buchung neu ziehen können.
Versickerung
Versickerung ist Umsatz, den Sie schon verdient haben, aber nie hereinholen. Ein zusätzlicher Tag, der nicht berechnet wird. Kraftstoff oder Kilometer, die bei der Rücknahme nicht sauber erfasst wurden. Ein Schaden, der erst entdeckt wird, wenn der Kunde schon weg ist. Ein Bußgeld, das Wochen später eintrifft und nie weiterberechnet wird.
Angenommen, bei jeder zwanzigsten Vermietung versickern 50 €. Bei 3.000 Vermietungen sind das 7.500 € im Jahr. Das klingt nach wenig, bis man bedenkt, dass es Geld für Arbeit ist, die schon erledigt wurde. Wie Rechnungen liegen bleiben, obwohl das Geld längst verdient ist, lesen Sie in die Rechnung von vor drei Wochen.
Warum Sie diese Hebel selten in einer Übersicht sehen
Die Zahlen für alle fünf Hebel gibt es in Ihrem Betrieb. Sie liegen nur an fünf verschiedenen Orten. Die Preise in einer Preisliste, die Auslastung in der Planung, die Kanäle in einem Postfach und einem Plattformportal, die Extras im Vertrag und die Versickerung nirgends, denn was nicht erfasst ist, lässt sich nicht zählen.
Also steuern Sie nach Gefühl. Sie wissen, dass der Sommer gut lief. Sie wissen nicht, welches Fahrzeug am wenigsten eingebracht hat, welcher Kanal am meisten gekostet hat oder wie viel bei der Rücknahme liegen geblieben ist.
Das Prinzip ist einfach: Erfassen Sie jede Information einmal, in dem Moment, in dem sie entsteht, im selben System. Dann rechnet dieses System die fünf Hebel für Sie aus. Genau das leistet Automatisierung für einen wachsenden Vermietbetrieb: nicht nur weniger Handarbeit, sondern auch einen klaren Blick darauf, wo das Geld steckt.
So messen Sie das im eigenen Betrieb
Beginnen Sie mit fünf Zahlen, eine pro Hebel. Schauen Sie jeden Monat darauf, nicht einmal im Jahr:
- Durchschnittlicher Umsatz pro Miettag, je Fahrzeugkategorie und Monat.
- Auslastung: Miettage geteilt durch verfügbare Tage, je Fahrzeug.
- Anteil je Kanal: wie viele Miettage über welchen Kanal kommen und was jeder Kanal kostet.
- Extras pro Vermietung: wie viele Vermietungen mindestens ein Extra enthalten und was das einbringt.
- Versickerung: die Differenz zwischen dem, was bei der Rücknahme erfasst, und dem, was berechnet und bezahlt wurde.
Wenn Vermietverwaltung, Planung und Abrechnung in einem System liegen, müssen Sie diese Zahlen nicht zusammensuchen. In RentVisie liefert das Modul Dashboards Echtzeit-Einblick in Auslastung, Umsatz, Fahrzeugverfügbarkeit und operative Leistung, direkt aus Ihrer Vermietverwaltung. So sehen Sie jeden Monat, welcher Hebel sich bewegt, ohne dass zuerst jemand eine Tabelle baut.
Welcher Hebel ist bei Ihnen am schwächsten?
Gehen Sie die fünf Fragen unten durch. Die Frage, die Sie am wenigsten sicher beantworten können, zeigt meist auf Ihren schwächsten Hebel:
- Wissen Sie, was ein Miettag im letzten Monat im Durchschnitt eingebracht hat?
- Wissen Sie, welche Fahrzeuge im letzten Monat am häufigsten standen?
- Wissen Sie, was jeder Buchungskanal Sie pro Miettag kostet?
- Wissen Sie, bei wie vielen Vermietungen ein Extra verkauft wurde?
- Wissen Sie, wie viel bei der Rücknahme erfasst, aber nie berechnet wurde?
Jede dieser Fragen bekommt in den kommenden Wochen einen eigenen Teil in der Reihe, in dieser Reihenfolge: Preis pro Tag, Miettage, Kanäle, Extras und Versickerung. Danach rechnen wir die fünf Hebel zusammen, damit Sie sehen, was sie gemeinsam einbringen. Alle Teile finden Sie auf der Seite der Reihe Mehr Umsatz aus derselben Flotte.
Mehr Umsatz beginnt nicht mit mehr Autos. Er beginnt mit dem Wissen, wo das Geld in Ihrem heutigen Fuhrpark steckt.
Häufig gestellte Fragen
Wie steigere ich den Umsatz meiner Autovermietung, ohne mehr Autos zu kaufen?
Indem Sie an den fünf Hebeln arbeiten, die Ihren Umsatz bestimmen: Preis pro Tag, Zahl der Miettage, die Kanäle, über die gebucht wird, die Extras, die Sie verkaufen, und der Umsatz, der unbezahlt versickert. Messen Sie zuerst, welcher Hebel am schwächsten ist, und beginnen Sie dort.
Wie berechne ich die Auslastung meines Fuhrparks?
Teilen Sie die Zahl der Miettage durch die Zahl der verfügbaren Tage im selben Zeitraum. Ein Fuhrpark mit 50 Fahrzeugen hat 18.250 verfügbare Tage im Jahr; bei 12.000 Miettagen liegt die Auslastung bei rund 66 Prozent. Rechnen Sie es auch je Fahrzeug aus, denn der Durchschnitt verdeckt die Autos, die stehen.
Was bedeutet Versickerung in der Autovermietung?
Versickerung ist Umsatz, den Sie bereits verdient, aber nie berechnet oder kassiert haben: zusätzliche Tage, Kraftstoff und Kilometer, die bei der Rücknahme nicht erfasst wurden, zu spät entdeckte Schäden und Bußgelder, die nie weiterberechnet werden. Sie messen sie als Differenz zwischen dem, was bei der Rücknahme erfasst, und dem, was am Ende bezahlt wurde.
Welche Zahlen sollte ein Vermietbetrieb jeden Monat prüfen?
Mindestens fünf: den durchschnittlichen Umsatz pro Miettag, die Auslastung je Fahrzeug, Anteil und Kosten je Buchungskanal, den Anteil der Vermietungen mit Extra und die Versickerung zwischen Rücknahme und Rechnung. Zusammen zeigen sie, woher Ihr Umsatz kommt und wo er versickert.
Gespräch planen. Wir schauen gemeinsam auf die fünf Hebel in Ihrem Vermietbetrieb und darauf, wo Ihr Fuhrpark heute Geld liegen lässt.
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